Kabarett Anakonda


Direkt zum Seiteninhalt

Presse


26.02.2010

Wormstedts Würgeschlange
Von Dirk LORENZ-BAUER

Das Verhältnis zu Schlangen ist gemeinhin ein ambivalentes. Zumal dann, wenn es sich um eine mächtige "Anakonda" handelt. Selbige "würgt ihre Opfer" in kabarettistischer Manier seit 25 Jahren von Wormstedt aus. Alle überlebten - auch Bad Sulzas Bürgermeister Johannes Hertwig (CDU).

APOLDA/WORMSTEDT. Reich wird man als Kabarettist zumindest auf dem Lande nicht. Diese Vorahnung konnte auch in 25 Jahren "Anakonda" nicht widerlegt werden, sagt Roberto Töpfer. Der Lehrer für Mathematik und Physik versichert indes, bis heute dennoch viel Spaß beim Sticheln gegen das Establishment und mit dem Aufgreifen kleiner oder großer Unzulänglichkeiten des Alltags zu haben.Töpfer, der in Münchengosserstädt lebt, ist gewissermaßen seit der Geburt der Schlange in Wormstedt ihr kluger Kopf. Und er hat den unersetzlichen Blick fürs Lokalkolorit.

Jüngst traf sich die "Thüringer Allgemeine" anlässlich des Vierteljahrhunderts mit dem 48-Jährigen in dessen Probierstube für würzige Wortgerichte. Einige von diesen - sie werden heute neben Töpfer von Kay Steinhäuser, Jan Hüttenrauch, Manuela Klaiber sowie Florian Kalmring auf der Bühne serviert - stießen in all den Jahren so manchem Zeitgenossen übel auf.

Dass ihm 1995 unwohl war, daran kann sich Bad Sulzas Bürgermeister Johannes Hertwig (CDU) noch recht gut erinnern. Als Kreisverbandsvorsitzender des Gemeinde- und Städtebundes schrieb er seinerzeit einen wütenden Brief, in dem er Töpfers Satz "Einige der Bürgermeister von Gemeinden bis zu 600 Einwohner haben einen Intellekt, der soweit reicht, dass sie den Quelle-Katalog als ihre anspruchsvollste Lektüre betrachten" aus dem Programm "Spur der Scheine" als geschmacklos und unverschämt anprangerte. Gestern feierte Hertwig seinen 57. Geburtstag - und blickte in Altersmilde auf den einstigen Skandal zurück: "Da ist doch wohl irgendwie jeder mal dran . . ." Die verbalen Scharmützel verhalfen "Anakonda" übrigens zum Durchbruch. Töpfer hatte nämlich einen Tippfehler im Hertwig-Schreiben zur Retourkutsche verarbeitet, was zum Brüller avancierte.

Gegründet wurde das Kabarett 1995 in der POS in Wormstedt, in der es eine Arbeitsgemeinschaft gab, die Töpfer leitete. Bis heute propt man dort. Weil die Kabarettisten in den Stücken quasi zum verbalen Würgeangriff übergehen, entschied man sich für den verheißungsvollen Namen "Anakonda". Gerade in der DDR war Fingerspitzengefühl bei der Themensetzung gefragt, um bei den Behörden nicht anzuecken.

Anders als heute konnte man das Publikum vor der Wende allerdings mit einer Meinung auf Kurs bringen, da alle beispielsweise den Mangel im Realsozialismus zu spüren bekamen. Wer das aufgriff, hatte schon gewonnen.

Heute, weiß Töpfer, hat man es mit einem breiten Meinungsspektrum und schier unüberschaubaren Facetten zu tun. Kurz: Der Kabarettist muss viel Erfahrung mitbringen. Und vor allem das Ohr ständig an der Masse haben.

Rund 700 Auftritte in der Region und darüber hinaus gab es bislang. Dass die Fangemeinde inzwischen recht groß ist, versteht sich ebenso. Die Jubiläumsveranstaltung (6. März, 19.30 Uhr, Stadthalle) ist mit 450 Gästen seit Wochen ausverkauft.

Und wo entwickelt Roberto Töpfer seine Ideen? Eigentlich fast überall, meist aber in der Probierstube für Wortgerichte im kühlen Souterrain seines Hauses. Ganze 14 Tage am Stück zieht er sich im Sommer dorthin zurück, um über neuen Stücken zu brüten, die schon so mancher lokalen Größe in der Vergangenheit einen heißen Herbst bescherten.


22.09.2009

Es wurde ordentlich gelacht
 
Zum Abschluss der 17. Apoldaer Kabarett-Tage präsentierten die einheimischen Kabarettisten der ANAKONDA ihr neues Programm "Lachgas ist aus".
 
APOLDA (sb). Die kabarettistische Würgeschlange aus dem Weimarer Land hat erneut zugeschlagen. Mit dem brandaktuellen Programm "Lachgas ist aus" sorgte das Wormstedter Kabarett ANAKONDA am Samstagabend für ein gelungenes Finale der diesjährigen Kabarett-Tage. …

Der Auftritt des Wormstedter Kabaretts ANAKONDA ist traditionsgemäß ein Besuchermagnet bei den Kabarett-Tagen im Schloss. Auch in diesem Jahr begeisterten die sympathischen Lokalmatadore mit viel Witz sowie Ideenreichtum. Globale und kommunale Themen werden im neuen Programm gleichermaßen aufgegriffen.

Neben amüsanten Einblicken ins Kanzlerinnenamt wird mit der Organspende eine nicht ganz ernst zu nehmende Lebensunterhaltshilfe präsentiert. Als Lachgaranten erwiesen sich am Samstag aber besonders die satirischen Hiebe gegen regionale Politiker. In kurzen Parodien auf den Alltag überzeugte das Kabarettisten-Quartett um Roberto Töpfer besonders durch seine Wandlungsfähigkeit und die gekonnt gestalteten mundartlichen Dialoge.

… Die verdiente Belohnung dafür - ein vergnügtes Publikum und ganz viel Applaus.


06.03.2007

Das Leben im Würgegriff
Kabarett ANAKONDA zog in der Stadthalle vor allem über Promis vom Schlangenleder

Die ANAKONDA zeigte sich in Apolda wieder mit dem besten Appetit darauf, all das in den Würgegriff zu nehmen, worauf man im wahren Leben verzichten kann.

"Lachen ist ansteckend" lautete die These des "Professors", gespielt von Jan Hüttenrauch. Die Reaktion des Publikums am Samstagabend (03.03.07) in der Apoldaer Stadthalle bewies: Diese Annahme stimmt. Der Programmpunkt erwies sich als hervorragend geeignet, um brüllend vor Lachen in die Pause zu eilen und die Lachtränen zu trocknen.

"Alles nur Show?!" heißt das aktuelle Programm des Wormstedter Kabaretts ANAKONDA. Der Titel sollte zum Leben passen, erklärte Kabarettchef Roberto Töpfer. Und was passt besser zu einem Kabarett als das Leben selbst? Ob Beamter, Politiker oder Modezar - kaum ein Promi wurde von der Würgeschlange verschont.

Auch im 22. Jahr nach der Gründung stieß das freche Quartett auf eine ausverkaufte Stadthalle. Das zum Teil auf Apolda zugeschnittene Programm löste beim Publikum vielfach heftigen Beifall aus. Mit der Forderung nach einer Zugabe wurden die Kabarettisten belohnt und konnten eine weitere Probe ihres Könnens unter Beweis stellen. "Das haben wir gehofft", meinte Roberto Töpfer mit einem Augenzwinkern und fügte im selben Sinne hinzu: "Schließlich ist jedes Mitglied unseres Kabaretts ein kleines Genie."

Das Programm selbst kam mit frivolen, frechen und teils provokanten Elementen daher. Eines hatten sie jedoch gemeinsam: einen Funken Wahrheit. Ob Angela Merkel, Rüdiger Eisenbrandt oder Karl "Magerfeld"; ob regional bekannt oder weltweit berühmt - durch den Kakao gezogen wurden sie alle. Der bayerische Problembär Bruno und der "Mäzen der gepflegten Kommunikation", Edmund Stoiber, auch Michael Müller und Jan Ullrich sorgten im Publikum für feuchte Augen.

Die Themen zogen sich durch alle Bereiche des Lebens und brachten so manchen Besucher dazu, wissend zu lächeln, schließlich waren die meisten Szenen im wahren Leben, den alltäglichen Ärgernissen zu Hause. Dabei gingen die satirischen Einlagen selten unter die Gürtellinie.

"Gute Unterhaltung ist schwierig in dieser Zeit, es gibt zu viele Vorschriften", erläuterte Kay Steinhäuser als "Parry Hotter" und traf damit den Nagel auf den Kopf. Doch das Kabarett ANAKONDA bewies, das gute Unterhaltung mit Niveau kein Unding sein muss.
(kh)


11.10.2005

Stich-Wort: Bissig
von André Hess

... Die Würgeschlange hat sich auch nach 20 Jahren nicht dem Zeitgeist des flach- und bisweilen blödsinnigen Comedy-Wahns angepasst. Treue beweisen die Fans mit ausverkauften Veranstaltungen. ...


11.10.2005

Was sonst keiner sagt

Zum 20. Geburtstag der kabarettistischen Würgeschlange "ANAKONDA" passten Roberto Töpfer und seine Mitstreiter zwar nicht mehr in ihre Kostüme aus FDJ-Tagen.

Die Spaßvögel bewiesen aber, dass ihre frühen Sketche das Publikum immer noch begeistern.

Eigentlich war alles wie immer. Die Karten der Kabarettvorstellung von "ANAKONDA" verkauften sich im Vorfeld wie von selbst und auch im Publikum sah man größtenteils altbekannte Gesichter. Zur Jubiläums-Show der Wormstedter Kabarettisten war aber trotzdem alles ein bisschen anders.

Denn die rund 400 Gäste erwartete in der Apoldaer Stadthalle kein neuer Geniestreich rund um Lokalpolitik und Nachwehen der Bundestagswahl.

"Best Of" hieß das Zauberwort, mit dem Töpfer & Co. ihre Höhepunkte aus zwei Dekaden auf die Bühne brachten und das Publikum mitnahmen auf einen Streifzug durch 20 Jahre Bühnenerfahrung.

"Die ersten Jahre waren die politisch gefährlichsten", fasste Töpfer die frühen Jahre der 1985 als Schulprojekt gegründeten Kabarettgruppe zusammen.

Um ein Haar wäre die Reise der Würgeschlange schon früh wegen ihrer Spitzen gegen die DDR-Obrigkeit von den Bühnen des Landes verschwunden. Denn das Programm "Kleines Land ganz groß", in dem über "Erichs Bild" abgelästert wurde, zog den Zorn von Funktionären des Bezirkskulturkabinetts auf sich.

Nach einer Veranstaltung, bei der die Einstufung der Kabarettgruppe erneuert werden sollte, sahen sich die Kabarettisten plötzlich mit wütenden Funktionären konfrontiert. Gerade noch so konnten die Wormstedter den Kopf der "ANAKONDA" aus der Schlinge ziehen. "Wir haben damals auf der Bühne einfach das gesagt, was sonst keiner sagen durfte. Dadurch hätte das alles sterben können", ist sich Töpfer auch Jahre später noch der Brisanz jenes Auftritts bewusst.

Was folgte waren weitere Jahre in denen die Apoldaer über Kohl, Waigel und Merkel genauso lachten, wie einst über Honecker und Krenz.

So sind bis heute 18 Programme entstanden, mit denen die Kabarettisten Manuela Kleiber, Kay Steinhäuser, Jan Hüttenrauch und Roberto Töpfer seit 1993 jährlich zu den Dauerbrennern der Apoldaer Kabaretttage zählen.

Bei soviel kabarettistischer Erfahrung war es kaum verwunderlich, dass auch zur Jubiläums-Show die Pointen bissig wie immer auf dem Punkt saßen.

Die Vorbereitung des Galaabends der "ANAKONDA" bereitete den Kabarettisten dabei am wenigsten Kopfzerbrechen.

"Nach dreimal Lesen hatte ich die Nummern wieder drin. Und dabei große Angst davor", beschrieb Jan Hüttenrauch die 14-tägigen Proben.

Schwieriger gestaltete sich dann aber die Auswahl der besten Lacher, die von anfangs fast sechs Stunden auf ein publikumstaugliches Maß gekürzt werden musste.

Nach dem Applaus für "Bio´s Kochstudio" oder "Das Hooligan" befand ANAKONDA-Kopf Roberto Töpfer:

"Dieses Kabarett ist einfach ein geiles Hobby, mit dem wir mindestens in Liga zwei spielen."

Daniel GÄTHKE
10.10.2005


17.09.2005

Politiker im Würgegriff
Wormstedter ANAKONDA begeistert Kabarett-Publikum

"Nach Günter Guillaume wäre Angela Merkel der zweite Ossi im Kanzleramt."

ANAKONDA-Spötter Roberto Töpfer sparte gestern nicht mit Seitenhieben auf die mögliche neue Kanzlerin. Bundes- aber auch lokale Politik stand im Mittelpunkt des neuen Programms "Nase, Hose, Tasche voll!"

Die Kabarett-Lokalmatadoren aus Wormstedt hatten bei den 13. Apoldaer Kabarett-Tagen wieder für einen ausverkauften Schloss-Saal gesorgt. Und das dankbare Publikum honorierte schlüpfrige Pointen ebenso wie durchdachte bissige Seitenhiebe.

Nicht immer blieben die Pointen allerdings oberhalb der Gürtellinie. Vor allem als es gegen Töpfers Lieblings-Zielscheibe, den CDU-Generalsekretär Mike Mohring, ging. Das Publikum feierte seine ANAKONDA nach kurzer Anlaufphase mit zunehmendem Applaus.

Heute beendet der Auftritt der Dresdner Kaktusblüte "Helle, heeflich, heemdiggsch" die 13. Apoldaer Kabarett-Tage.

(mok)


01.03.2005

Würgeschlange wird 20 Jahre alt

APOLDA. Die Kassen sind leer und das Sparschwein ein vom Aussterben bedrohtes Tier. Über Hartz IV, fette Steuern und lokale Politik zogen die Kabarettisten von ANAKONDA im Apoldaer Schloss her.

Zu Gunsten der Flutopferhilfe präsentierten die bissigen Kabarettisten am 25.02.2005 im Apoldaer Schloss ihr aktuelles Programm "Kassa Blanka". Wie es sich für Auftritte in Apolda gehört, gab es auch diesmal derbe Schelten für die Lokalpolitik.

Egal ob Mike Mohrings "Rechenhilfe bis elf" oder Verstopfungen bei Entscheidungen im Stadtrat - Roberto Töpfer brachte damit das Publikum im Schloss-Saal gekonnt zum Lachen.

Kein Wunder, dass die Karten für den Auftritt im Vorverkauf bereits innerhalb eines Vormittages ausverkauft waren.

Die rund 1200 Euro Erlös aus der Veranstaltung sollen im Flut geschädigten Südostasien beim Wiederaufbau helfen.

"Zwischen Weihnachten und Silvester kam mir die Idee, den Opfern der Flutkatastrophe mit Hilfe von ANAKONDA zu helfen", beschrieb Töpfer seine Idee des Benefiz-Kabaretts. Auch die Stadt trug ihren Anteil zur Hilfe bei und stellte den Saal des Schlosses kostenfrei zur Verfügung.

Für alle Freunde wortgewandter Spitzen haben die fünf kabarettistischen Frohnaturen bereits weitere Asse im Ärmel. So wird ANAKONDA als Lokalmatador zu den Apoldaer Kabaretttagen im September ein neues Programm vorstellen.

"Die neuen Sketche schreiben wir aber erst im Sommer", gestand Töpfer, aus dessen Feder regelmäßig die größten Teile des Programms entspringen.

Ein besonderes Jubiläum feiern die Kabarettisten im Anschluss an die Kabaretttage. Das Best-Of-Programm "20 Jahre ANAKONDA" soll am 8. Oktober das Stammpublikum der bissigen Kabarettisten in die Stadthalle locken. Höhepunkte aus 20 Jahren Bühnenerfahrung werden dann die Lachmuskeln heftig strapazieren. Auswahl haben die Kabarettisten genug - stolze 18 Programme brachte ANAKONDA seit 1985 bereits auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

"Ich bin heilfroh darüber, damals mit ANAKONDA angefangen zu haben", resümierte Töpfer die 20 Jahre auf der Bühne.

Vom spitzzüngigen Humor ANAKONDAS können sich alle Kabarettfreunde bereits am kommenden Freitag überzeugen.

Knapp 40 Restkarten warten noch an der Apoldaer Information auf ihre Besitzer und garantieren herzhafte Lacher.

Daniel GÄTHKE
TA vom 28.02.2005   

Home | Aktuell | Wir über uns | Programme | Presse | Terminauswahl | Jubiläum | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü